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Alle anders, alle cool

Graffiti für Toleranz und Courage

Ein Text von Vivian Münzel

Noch verhüllt ein Malervlies die Balustrade über der Aula. Seit den Weihnachtsferien kennen nur die Graffiti-Künstler selbst das Ergebnis ihrer Arbeit. Doch das soll sich gleich ändern. Immer mehr Schülerinnen und Schüler strömen mit ihren Lehrkräften durch die Gänge und versammeln sich nach und nach vor der Bühne.

„Jeder Einzelne ist an unserer Schule ausdrücklich erwünscht“

„Unsere Schulgemeinschaft ist äußerst vielfältig. Hier versammeln sich nicht nur junge Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, sondern auch Kinder mit individuellen Lernmöglichkeiten und verschiedensten sozialen Hintergründen. Jeder Einzelne ist an unserer Schule ausdrücklich erwünscht“, erklärt die Schulleiterin, Erika Weusthof, feierlich. Um ein Zeichen zu setzen für Toleranz und Courage sei daher ein besonderes Graffiti entstanden.

Etwas explizit für die Oberschule zu tun, war ursprünglich die Idee der Schülervertretung. Alle zwei Jahre findet an der Schule der sogenannte "Run for help" statt, ein Spendenlauf für den guten Zweck, für den sich die Schülerinnen und Schüler immer wieder sehr ins Zeug legen. Der Schülervertetung war es wichtig, dass dieses Mal ein Teil des Geldes unserer Schule selbst zu Gute kommt – auch, damit das Schulgebäude bunter wird. Damit war dann auch das diesjährige Motto des Spendenlaufs geboren, „Laufen für Courage". Knapp 2700 Euro erliefen die Schülerinnen und Schüler. Ein Teil des Geldes erhält alle zwei Jahre obligatorisch der Schulverein. Die andere Hälfte des Betrags ging an die Graffiti-Künstler, die mit dem Geld unser Schulgebäude verschönern sollten.

Graffiti vom Lüneburger Verein „Each one teach two“

Doch welcher Schriftzug ist der richtige an der Balustrade? Da hieß es für die Schulgemeinschaft: Ideen sammeln und Vorschläge einreichen. Federführend beteiligt an der Organisation und Umsetzung des Graffiti-Projektes war die Kunstlehrerin Annabell Kosakowski. Drei Vorschläge für einen Slogan blieben letztlich zur Abstimmung übrig. Welcher letztlich gewonnen hat, wird sich gleich zeigen.

In den Weihnachtsferien rückten Flemming Fiedler und sein Team aus Lüneburg an. Die professionellen Sprayer des Vereins „Each one teach two“ hatten auch schon die Sporthalle am Bardenweg besprüht. So war auch der Kontakt zur Oberschule entstanden. Das Gerüst zum Anbringen des Graffitis wurde dankenswerterweise kostenlos von Firma Hartgen zur Verfügung gestellt und mit Schüler -und Lehrerunterstützung auf- und abgebaut.

Die Stunde der Wahrheit rückt näher, die Enthüllung des Graffitis steht kurz bevor. Die vielen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte richten ihre Blicke gespannt nach oben zur Balustrade. Drei, zwei, eins – und schon lösen die insgesamt sechs Lehrkräfte das Klebeband und lüften das Geheimnis. Zum Vorschein kommt ein farbiger Graffiti-Tag, umrahmt von Monstern im Comicstyle. „Alle anders, alle cool“ steht da. Und dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

 

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