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Wo aus Matsch Magie entsteht

Wo aus Matsch Magie entsteht

Ein Text von Jan Christiansen, Klasse 9a, Fotos: J. Christiansen, N. Scheibler und V. Münzel

Es riecht erdig, die Luft ist feucht. Ein leises Klatschen durchbricht die Stille, als ein Stück Ton auf die Holzplatte fällt. Hände tauchen in eine Schüssel mit Wasser, dann gleiten sie langsam über die kühle, weiche Masse. Auf den Tischen liegen Schwämme, Schüsseln und kleine Werkzeuge, die mit Tonresten überzogen sind. An einer Werkbank drücken Schülerinnen den Ton flach, schneiden verschiedene Formen aus oder streichen vorsichtig Wasser über die Oberfläche, damit nichts reißt. Der Ton gibt nach, verformt sich, wird gedrückt, gezogen, geglättet.

An einem frühen Mittwochnachmittag, während für viele der Unterricht schon zu Ende ist, wird es in der Werkstatt im Untergeschoss der Schule noch einmal wuselig. Hier trifft sich nämlich, wie jeden Mittwoch, die Töpfer-AG, bei der aus einfachem Ton mit Geduld und Kreativität kleine Kunstwerke entstehen. Die AG wurde von Schulpädagogin Frau Scheibler gegründet, als sie vor vielen Jahren an die Schule kam, und noch ein solides AG-Angebot benötigt wurde. Seitdem ist die AG ein beliebtes Nachmittagsangebot für viele Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 10.

Arbeitsschritte richtig planen

„Die Töpfer-AG fördert die motorische Entwicklung, insbesondere die Feinmotorik. Außerdem stärkt sie das Gefühl für Formen und Materialien sowie den Stolz auf selbst geschaffene Ergebnisse“, meint Frau Scheibler, während die Kinder im Hintergrund konzentriert weiterarbeiten. Die Kinder lernen hier, vorausschauend zu arbeiten und ihre Arbeitsschritte richtig zu planen.

„Ich hab die AG eigentlich nur gewählt, weil meine Freunde auch schon hier waren. Aber letztendlich macht sie doch sehr viel Spaß,“ sagt ein Schüler, der gerade zusammen mit seinen Freunden eine Glasur auf die trockenen Tonstücke aufträgt. Es wird mit verschiedenen Werkzeugen gearbeitet, darunter Messer, Teigroller zum Ausrollen, Kratzinstrumente zum Verbinden von Teilen, Ausschaber, Lochstanzer sowie Gummiwischer und Schwämme zum Glätten. Verschiedene Farben von Ton würden genutzt, hauptsächlich aber weißer, da darauf Farben besser zur Geltung kämen, so Nikola Scheibler.

In der AG werden den Schülern unterschiedliche Techniken des Töpferns beigebracht, darunter die Aus- und Aufbautechnik sowie das Drehen an der elektrischen und manuellen Scheibe. Außerdem gibt es unterschiedliche Glasurtechniken. „Engobe wird auf den noch weichen Ton aufgetragen, während normale Glasuren nach dem Trocknen verwendet werden, was zwei Brennvorgänge erfordert,“ erklärt Frau Scheibler. Weitere Techniken sind das Applizieren und das Modellieren, was besonders anspruchsvoll ist und nicht von allen Kindern selbstständig umgesetzt werden kann. Beim Modellieren arbeiten die Kinder beispielsweise mit Vorlagen wie Tierfiguren. Sie wählen ein Motiv und formen es möglichst originalgetrau, etwa in Faustgröße. Auch das Gestalten von Gesichtern ist eine typische Aufgabe.

Handyständer, Blumen und Fische

Leider kann die Arbeit der Töpfer-AG aber auch ziemlich teuer werden. „Pro Halbjahr werden 10 Euro eingesammelt, was jedoch oft nicht ausreicht, da Materialien wie Ton und Glasuren teuer sind“, ergänzt Frau Scheibler. „Töpfern ist insgesamt ein kostspieliges Hobby, was sich auch an externen Kursen zeigt, die beispielsweise für ein Wochenende etwa 120 Euro kosten können.“

Trotz dessen lohnt es sich, da es den Kindern, sowie auch Frau Scheibler, sehr viel Spaß bereitet. Am Ende entstehen sowohl Gebrauchsgegenstände als auch Dekorationsobjekte, wie Handyständer, Figuren, Blumen oder Fische, die die Kinder dann stolz vorstellen können.

Insgesamt ist die Töpfer-AG mehr als nur ein kreatives Nachmittagsangebot. Sie verbindet handwerkliches Arbeiten mit Geduld, Planung und die eigenen Ideen der Kinder. Woche für Woche entstehen hier nicht nur Gegenstände, sondern auch Erfahrungen, die bleiben. Und während der Ton auf den Tischen langsam seine Form annimmt, wächst bei vielen vor allem eines: die Freude daran, etwas Eigenes zu schaffen.

 

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