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Von Schülern für Schüler: Wer steckt eigentlich hinter dem Kiosk unserer Schule?

Von Schülern für Schüler: Wer steckt eigentlich hinter dem Kiosk unserer Schule?

Text: Stephanie Siepa, Fotos: Christopher Lubczyk

Der Duft von Brezeln und Kuchen liegt in der Luft. Die Stimmen von Schülern überall, die einen fragen nach Preisen, andere wissen längst, was ihr Lieblingssnack kostet. Hinter dem Tresen gibt es viel zu tun. Die Schüler stehen dicht gedrängt und versuchen, die vielen Bestellungen so schnell wie möglich auszuhändigen. „Jeden Mittwoch planen wir für die nächste Woche, damit wir alles Nötige dabeihaben und für mindestens zwei Pausen verkaufen können“, erzählt Stephanie aus dem Kioskteam.

Anfangs „Frühstücksmütter“, heute Schülerinnen und Schüler

Dass heute Schülerinnen und Schüler statt Eltern hinter dem Tresen stehen, ist allerdings erst seit zwei Jahren so. Denn früher wurde der Schulkiosk von den „Frühstücksmüttern“ betrieben, so ihr liebevoll gemeinter Kosename. „Sie haben zwei Mal in der Woche ein gesundes Frühstück verkauft“, sagt Erika Weusthof. Sie schmierten Brötchen, kochten Eier oder bereiteten Gurken, Gemüse und Äpfel vor. Doch als ihre Kinder die Schule verlassen hatten, schlief dieses Angebot ein.

Der Vorschlag, dass Schülerinnen und Schüler der beiden Abschlussklassen den Kiosk einfach selbst leiten könnten, kam aus der Schülervertretung. Seitdem kümmern sich jeweils die Neunt- und Zehntklässler um die gesamte Organisation. Sie planen wöchentlich, wer den Verkauf in den Pausen übernimmt und wer welche Lebensmittel einkauft und dann mit zur Schule bringt.

Jeder hat sein ganz eigenes Verhältnis zum Kiosk. Finley etwa könnte gut darauf verzichten, weil er dort selten einkauft. Für Justus wiederum ist der Kiosk mehr als nur ein Verkaufsstand, vor allem, wenn Freunde hinter dem Tresen stehen: „Manchmal kaufen sie mir sogar etwas, wenn ich mein Geld vergessen habe“, erzählt er.

Einnahmen für die Abschlussfeier

Ganz ohne Regeln geht das aber nicht. Die Schulleitung erklärt: „Schüler, die verkaufen, brauchen ein Gesundheitszeugnis, ohne das dürfen sie gar nichts verkaufen.“ Damit dem Verkauf nichts im Weg steht, unterstützen die Lehrkräfte ihrer Schüler dabei, das Gesundheitszeugnis zu erwerben. Außerdem gelten dieselben Standards wie bei der Schulverpflegung. Zuckerhaltige Produkte sollen möglichst reduziert werden. Getränke wie Kakao oder Vanillemilch, die früher verkauft wurden, sind heute nicht erlaubt. Jedoch gibt es eine Ausnahme: „Wenn Kuchen verkauft wird, ist das in Ordnung, weil es für einen guten Zweck ist und weil es nur zwei Mal die Woche stattfindet.“

Warum kümmern sich eigentlich die Schüler um den Kiosk und nicht ein Essenslieferant? Die Schulleitung erzählt, dass die Idee vor zwei Jahren selbstständig von den Abschlussklassen kam. Damals wollten die Abschlussklassen Geld für ihren Abschlussball erwirtschaften. Und das ist bis heute so geblieben. „Letztes Jahr waren die Klassen so aktiv, dass sie nicht nur den Kiosk betrieben haben, sondern auch auf dem Steller Weihnachtsmarkt einen Stand gemietet und Produkte verkauft haben. Sie haben damit so viel Geld erwirtschaftet, dass die Karten für die Abschlussfeier vollständig daraus finanziert werden konnten, jeder Schüler hat im Prinzip seine eigene Karte erarbeitet“, erklärt die Schulleitung stolz.

Der Kiosk unserer Schule ist somit ein gutes Beispiel dafür, wie gut Schüler Verantwortung übernehmen können.

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