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Luisa und Sophie mit ihrer Lehrerin Amelie Carle, Foto: A. Carle

Fünf Tage, viele Eindrücke: Unser Erasmus-Abenteuer in den Niederlanden

Fünf Tage, viele Eindrücke: Unser Erasmus Abenteuer in den Niederlanden

Es ist wieder so weit: Morgen starten acht Schülerinnen und Schüler unserer Oberschule in das Erasmus-Abenteuer. Was das heißt? Ganz einfach: Sie dürfen eine Woche lang ins europäische Ausland reisen, begleitet von zwei Lehrkräften. Dieses Mal geht es nach Léon in Spanien, nicht weit von Madrid entfernt. Leben werden sie dort in Gastfamilien und zudem viele interessante Ausflüge machen. Eine super Möglichkeit für sie, eine andere Kultur und Sprache kennenzulernen. Aber wie ist es denn eigentlich genau, sich auf dieses Abenteuer einzulassen? Davon kann Blog-Reporterin Sophie Ritter berichten. Sie war selbst Teil eines Erasmus-Austausches, und zwar im vergangenen November. Da ging es in die Niederlande. Ihre Erfahrungen hat Sophie in einer Reportage zusammengefasst.

Ein Text von Sophie Ritter, Klasse 9a

Anspannung und Vorfreude mischen sich in den ersten Minuten am Bahnhof in Zoetermeer, einer Stadt in Südholland. Seit acht Stunden sind die acht auserwählten Erasmus-Teilnehmenden der neunten Klassen unterwegs: vier Mädchen, vier Jungs. Ein kalter Wind weht durch den nassen Bahnhof. Es ist November. Die 15-jährige Amber murmelt: „Wieso redet keiner, das ist irgendwie unangenehm.“ Die Ankömmlinge tragen ihre Koffer die Treppen hoch zum Eingang des Bahnhofs. Oben wird die kleine Truppe bereits von ihren Gastfamilien erwartet. Die acht Schülerinnen und Schüler quetschen sich voll bepackt mit Taschen und Gastgeschenken durch das Terminal, bevor sie ihre Gastfamilien endlich nach einer langen und aufregenden Fahrt begrüßen können.

Erschöpft, aber glücklich geht es dann für die erste Nacht mit den niederländischen Gastgebern nach Hause. Für alle ein kleiner Nervenkitzel nach der langen Bahnfahrt. Wird die Kommunikation klappen? Wie wird das Zimmer aussehen? Werden sich alle wohlfühlen? All diese Fragen schwirren in den Köpfen. Luisa erzählt im Rückblick: „Wir haben uns am ersten Abend erst mal kennengelernt, zusammen gekocht und Uno gespielt.“ Drei Jungs und sie selbst wurden gemeinsam bei derselben Gastfamilie untergebracht.

Was ist eigentlich Erasmus?

Das Erasmus-Programm der Oberschule steht schon seit einigen Jahren im Austausch mit dem Oranje Nassau College in Zoetermeer, also in den Niederlanden. Mit rund 2500 Schülern und zwei Standorten in Zoetermeer ist das College nicht nur größer als unsere Oberschule in Stelle, sondern hat insgesamt sogar 18 Partnerschulen über ganz Europa verstreut. Das Erasmus-Programm soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, kostenfrei einen interkulturellen Austausch zu erleben, internationale Freundschaften zu knüpfen und einen Einblick in das Schulleben anderer europäischer Länder zu erhalten – und das alles auf Englisch.

„Ich finde Erasmus sehr wertvoll, sowohl sprachlich als auch kulturell“, sagt die begleitende Lehrkraft der Oberschule Stelle, Frau Carle. „Diese Gruppe ist auch einfach toll, nur der Altersunterschied ist nicht ganz so günstig“, ergänzt sie, denn die deutschen Schülerinnen und Schüler sind erst 14 oder 15 Jahre alt, die Niederländer hingegen schon zwischen 15 bis 17 Jahre alt. Klingt nach wenig, ist für die Jugendlichen jedoch ein großer Unterschied.

Ein Kuhstall auf dem Wasser

Zum Programm für die deutschen Schülerinnen und Schüler gehört unter anderem der Besuch der Hafenstadt Rotterdam. Gespannt warten die Jugendlichen in der Tram auf die Haltestelle Hogenbanweg, die sich in der Nähe der „Floating Farm“ befindet. Eine Kuh-Farm, die auf dem Wasser schwimmt und den Schülerinnen und Schülern das diesjährige Projekt „Sustainability“, also Nachhaltigkeit, näherbringen soll. Die Floating Farm erhält ihren Strom von Solaranlagen. Nach der fast einstündigen Tour durch die Floating Farm und der Verkostung des dort hergestellten Käses ist eins sicher: Die Schüler sind hungrig nach dem ständigen Laufen und dem Versprechen, noch die beste Essensmeile der ganzen Niederlande zu besuchen.

Rotterdam, die Hafenstadt

Rotterdam ist eine niederländische Hafenstadt und liegt in der Provinz Südholland. Bekannt ist Rotterdam für seine unzähligen Schiffsmodel-Ausstellungen und den größten Hafen Europas. Nachdem Rotterdam während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört wurde, ist es seit dem Wiederaufbau unter anderem für das moderne und futuristische Stadtbild bekannt.

Als die Schülergruppe endlich die Fressmeile erreicht, ist der Hunger groß. Aber hier sollte niemand enttäuscht werden. Die „Markthal“ ist ein riesiges Gebäude mit etlichen Essenständen, und zwar wohin das Auge reicht. Für jeden ist etwas dabei, von koreanischem, niederländischem bis hin zu portugiesischem Essen findet man hier alles, was das Herz begehrt. In einer Gruppe schlendern die Schüler durch den kalten Markt. Die kleinen Wege sind überfüllt mit Menschen aus jeglichen Kulturen, die zusammenkommen, um ihre Liebe zum Essen auszuleben. Es ist hektisch, aber trotzdem wärmt es das Herz. Der süße Duft von Churros und Tres Leches liegt in der Luft, während die Gruppe überlegt, worauf sie am meisten Lust hat. Auch wenn das eigentliche Programm durch ein regnerisches Unwetter gestört wird, hält das die acht Schülerinnen und Schüler nicht davon ab, Spaß zu haben. Das japanische Essen gewinnt. Die köstlich salzigen Ramen und das samtige Katsu-Curry sorgen dafür, dass alle mit vollem Magen und zufriedenem Grinsen das Restaurant verlassen. In kleinen Gruppen schauen sie sich den restlichen Markt an, bis es Zeit ist, wieder zurück zur Schule zu fahren.

Topps und Flopps

Die acht Tage Aufenthalt vergehen wie im Fluge. Kaum angekommen ist es auch schon wieder Zeit für die Abreise. Die Steller Schüler ziehen ein Resümee. Sie seien wie eine kleine Familie gewesen, jeder habe zwar seine Macken und trotzdem hätten sie sich gut verstanden. Mit den Niederländern hingegen habe es nicht ganz so gut geklappt, wie erhofft. Da sei der Funke einfach nicht so übergesprungen. Aber das kann auf der nächsten Fahrt ja schon wieder ganz anders aussehen.

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